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Teilnehmer: Teddy Baer, Jürgen Schöttle, Harald Schöttle

Schon 1 Jahr zuvor hatte die gleiche Gruppe einen Anlauf auf den Ortler unternommen. Er ist der höchste Berg Südtirols und der Ostalpen.
Damals gingen wir, um uns einzulaufen und an die Höhe zu adaptieren zunächst zur Schaubachhütte ( 2581 m). Von dort ging es am nächsten Tag Richtung Süden den Gletscher Richtung Suldenspitze hinauf. Als wir auf dem Grat waren gingen wir auf ihm weiter Richtung Westen, aber der Abstieg zur Casatihütte (3254 m) zeichnete sich nirgendwo ab. Schließlich merkten wir, dass wir weiter westlich, als wir dachten (in der Janinger Scharte) aufgestiegen waren. Hier ist nirgends ein Pfad markiert. Auf der Karte war lediglich eine östliche Route (jetzt nicht mehr empfohlener Aufgang an der Moräne des Suldenferners über den Eisseepass) markiert gewesen. Wir gingen also zurück und fanden den Abstieg östlich der Suldenspitze zur Casatihütte. (Damals nahm ich mir vor, zur besseren Orientierung ein mobiles berggeignetes GPS-Gerät zu kaufen). Die auf der neu gekauften aber veralteten Tabaccokarte markierte Route gab es nicht mehr.

Am nächsten Tag ging es zurück zur Schaubachhütte, jetzt kannten wir den Weg ja.

Am späten Nachmittag gingen Jürgen und ich noch ein Stück Richtung Hintergrathütte ca. 1/5 des Weges. Wie wir erst in diesem Jahr erfuhren, wird die Verbindung zwischen den beiden Hütten nicht mehr gepflegt (ein früherer Hüttenwirt hatte diese Arbeit gemacht). Man hätte sich dort auf eigene Faust durchwursteln müssen.

Soweit kam es aber gar nicht mehr, denn der darauffolgenden Tag begrüßte uns mit einer ca. 20 cm hohen Schneedecke. Damit mussten wir das Vorhaben der Besteigung des „König Ortler“ vorläufig aufgeben. Wir fuhren dann nach Innsbruck und kraxelten ca. 5 Stunden auf dem Klettersteig, der sich auf dem Karwendelgrat nördlich des Inntals und parallel zu diesem verläuft (Hannes Gassner Klettersteig). Die Aussicht war famos bei schönstem Wetter. Erst spät abends nach Einbruch der Dunkelheit kamen wir nach weiteren 4 Stunden teils über Schotter, Stock und Stein mit 15 kg Gepäck auf dem Buckel im Solsteinhaus an. Wir hatten zwar „nur“ 800 Höhenmeter gemacht, waren aber trotzdem „fertig“ und froh endlich die Hütte erreicht zu haben. Der Klettersteig geht immer am Grat entlang ohne große Höhenunterschiede. 

Der Ortler hat uns aber nicht in Ruhe gelassen. Ein neuer Anlauf sollte im September 2005 unternommen werden.

Am 12.9.2005 war es soweit. Wir stiegen nachmittags vom Parkplatz in Sulden (1200 m) auf zur Hintergrathütte (2661 m). Teddy und Jürgen meinten, wir könnten ja mal den Zugang über den Hintergrat erkunden. Ich hatte gewisse Zweifel, dass dieser Zugang (Ostsüdostgrat) für uns gut praktikabel sei  (hatte etwas von Schwierigkeitsgrad 4- an der Schlüsselstelle am Signalkopf gelesen). Auch nach dem Firnhang kommt noch eine 50 m hohe Felsstufe, die erklettert werden muss (ganz oben 4-).

Aber zum Einlaufen und adaptieren war diese Erkundung des Hintergrates sicher gut.

Am nächsten Morgen machten wir uns frohen Mutes auf den Weg. Ich schaltete mein GPS erstmals in den Bergen ein. Wir gingen zunächst über eine wenig ansteigende Seitenmoräne nördlich des Suldenferner (wo jetzt kein Gletscher mehr ist). Nach ca. 1/2 Std. geht es Richtung Nordwest zunächst im steilen Schuttkar und dann steil in den Fels. Ich setzte Wegepunkte auf dem GPS an Abweichungen unseres Anstieges. Wegemarkierungen gab es nicht. Schließlich war beim weiteren Anstieg der Fels mit leichten Schnee bedeckt. Hierdurch wurde das Klettern deutlich erschwert. Auf 3337 m war unklar, wo der Anstieg weitergeht. Ich nannte diesen Punkt „Wieweiter?“. Wir waren etwas oberhalb des Unteren Knott (3323 m). Jürgen erkundete das Terrain ging über den Oberen Knott (3466 m) bis zu einem Firngrat, der in ein Firnfeld, übergeht. Von dort hat man immer noch ca. 450 Höhenmeter bis zum Gipfel zu überwinden. Die zwei oben erwähnten Schlüsselstellen kommen erst hinter dem Signalkopf (3725 m).

Wir hatten ja auch nicht vor, an diesem 2. Tag bereits den Gipfel zu erreichen. Also erfolgte der Abstieg wieder zurück zur Hintergrathütte. Am Abend waren wir dann alle der Meinung, dass wir über die Tabaretta- und die Payerhütte den Normalaufstieg nehmen sollten. (Im Ortlerführer wird die Besteigung über den Normalweg im Winter und Frühjahr wegen Lawinengefahr nicht empfohlen, sondern vorzugsweise über den Hintergrat).


Am  14.9. gingen wir zielstrebig zur Tabarettahütte (von 2661 auf 2557 m) Richtung Nordwesten. Auf diesem Weg hat man eine wunderbare Sicht auf die Nordwand des Ortler in der an diesem Tage 4 Eiskletterer hingen. Einer der 2 Gruppen begegneten wir, als sie den Weg herunterkam. Sie hatte von 4 Uhr früh bis 12 Uhr gebraucht, um diese steile Eiswand zu erklimmen. Die andere Gruppe benötigte ca. 12 Std. und kam erst gegen 16 Uhr aus der Wand heraus. Wir kamen an einem Gedenkstein vorbei, an dem mehrere Tafeln für tödlich abgestürzte Nordwandkletterer angebracht waren. Das machte ein wenig nachdenklich und steigerte die Bewunderung für die 2 Naturburschen, denen wir begegnet waren.



Bereits gegen 1 Uhr kamen wir an der Tabarettahütte an. Auf der neuen Tabacco-Karte (Ed. 2005, erstmals mit UTM Koordinaten versehen) hatten wir bereits gesehen, dass es von der Tabarettahütte zur Payerhütte eine wesentliche Abkürzung über einen neuen Klettersteig gibt.

Diese Abkürzung wollten wir uns nicht nehmen lassen. Die Auskunft von der Hüttenwirtin entmutigte uns nicht. Sie meinte, dass dies der schwierigste Klettersteig ganz Südtirols sei.

Diese Auskunft konnte uns nicht davon abhalten, zu versuchen, mit Sack und Pack die Wand zu erklimmen. Das ging etwa eine halbe Stunde gut. Da hatten wir aber erst 50 Höhenmeter im meist senkrecht ansteigenden Fels hinter uns und noch 450 m weiter steil aufragende Wand vor uns. Jürgen war der erste, der das Problem erkannte und zur Umkehr riet. Der Abstieg war dann genauso exponiert, wie der Anstieg. Das war allerdings keine Überraschung. Etwas kleinlaut machten wir dann den langen Umweg auf dem Normalweg Richtung Nord über die Bärenkopfscharte und dann südwärts zur Payerhütte auf 3029 m. Auch an diesem Tag hatten wir ein kleines Abenteuer hinter uns. Der direkte Weg wäre so kurz gewesen!


Am Abend saßen wir auf der Hütte mit 2 Ostdeutschen aus Sachsen beim Essen und Rotwein zusammen, plauderten über gemeinsame Hobbys, bis kurz vor 10 das Licht ausging.

Mehrere Gruppen, nur eine außer unserer ohne Führer, hatten vor, am nächsten Tag den Ortler zu besteigen. Bei diesen Gruppen war Wecken um 4 Uhr angesagt. Da waren wir noch im Tiefschlaf. Um 7 Uhr kam der Hüttenwirt und fragte, ob wir vor hätten, zu frühstücken und auf den Ortler zu gehen, dann sei es aber höchste Zeit aufzustehen. Wir waren dann auch die letzten, die losgingen.

Vom Gepäck ließen wir einiges auf der Hütte. Der Vollmond stand noch am strahlend blauen Himmel, der dieses Mal offensichtlich mit uns war.

Der Gipfel des Ortler liegt ziemlich genau 2 km Luftlinie südlich der Payerhütte. Man geht ca. 750 m Luftlinie im Fels und den Rest auf dem Gletscher Oberer Ortlerferner. Der zu überwindende Höhenunterschied beträgt 876 m.

Zunächst geht es über leichten Fels ca. 20 Min. auf gering markiertem Weg auf der Westflanke der Tabarettaspitze bis zur ersten Scharte. Hier blieben unsere beiden „Ostler“ stehen, da sich einer der beiden nicht traute, die relativ leichte Kletterstelle zu überwinden. Danach weiter leichter Fels, und dann Schotter in Verschneidung. Dann immer am Grat entlang  (Schwierigkeitsgrad II-III) durch eine weitere Scharte zum nächsten Grat mit Klettergurt am kurzen Seil: Teddy im Vorstieg, ich in der Mitte und Jürgen am Schluss (deswegen konnte er die besten Fotos machen). Nach ca. 2 Stunden erreichten wir, noch 30 m abwärts gehend, einen Sattel. Aus dem Sattel muss das ca. 60 m hohe Tschirfeckwandl erklettert werden. Hier gibt es keinerlei Markierung und mehrere Möglichkeiten hinaufzukommen. Wir hatten keine Wegorientierung durch vorausgehende Gruppen. Die waren schon alle weit voraus. Bis auf eine kleine Versteigung fanden wir uns gut zurecht durch abgespeckte Steigspuren. Weiter ging es die Wand hinauf am griffiger Fels und gesichert durch eine herabhängende Kette. (Keine Wartezeit). Danach ging es noch etwa 1/2 Stunde am Grat entlang, dann 500 m Quergang über Geröllfeld und Zustieg zur Gletscherzunge.

Dort legten wir gleich die Steigeisen an. Im Zickzack, leicht ansteigend, teils über Gletscherspalten auf gut ausgetretener Spur bei idealen Schneeverhältnissen ging es weiter langsam aber stetig vorwärts und aufwärts. Nach ca. 1/2 Stunde 1. größere Schwierigkeit durch Eisrinne, die mit Standsicherung gequert wurde.


Ein markanter Punkt auf der Route ist das Ortlerbiwak (Lombardi-Schachtel) in 3316 m Höhe, eine Blechkiste am Rande des Gletschers stehend, die an den 4 Ecken mit Stahlseilen befestigt ist. Man muss aber ca. 1/2 Std. auf dem Gletscher gehen, bis man sie in einem etwas nach Westen abweichenden Bogen über das Bärenloch erreicht hat. In weiterem großen nach Südost schwenkendem Bogen geht es steil ansteigend auf das obere Gletscherplateau. Hier beginnt man die Höhe zu spüren. Wir gingen angestrengt, Teddy voraus, zügig im gleichmäßigen Trott bis wir nach weiteren 200 Höhenmeter in dünner Luft das breite Gipfelplateau um 12:30 erreichten.

Hier erhebt sich ein mächtiges Gipfelkreuz. Glücklich, unser Ziel erreicht zu haben, machten wir die Fotos vor einem grandiosen Hintergrund.


Kein Wölkchen trübte den Himmel. Wir genossen die Aussicht auf die Zillertaler- Stubaier- und Ötztaler-Alpen. In der Nähe die Königspitze und der Cedevale, nach Nordwest sieht man geradezu auf das Stilfser Joch mit der sich dort hinauf schlängelnden Straße.


Wir meinten auch die Marmolada und die Brenta zu sehen und entdeckten auch den Piz Bernina und den Biancograd ganz im Süden (Rundumsicht ca. 100 km nach allen Seiten). Nach 1/2stündiger Rast gingen wir gemütlich über das Gipfelplateau abwärts. Danach erfolgte konzentriert ein steiler Gletscherabstieg zur Biwak-Schachtel. Dort legten wir etwas vorzeitig die Eisen ab. Unter Umgehung der Eisrinne gelangten wir über Moränenschutt zur Abseilstelle. Nur hier unterschied sich unser Abstiegsweg von dem des Aufstieges. Hier packte ich meinen Reverso aus, wies die anderen in die Handhabung ein. Ein 9 mm starkes und 60 m langes Halbseil wurde in die mit Haken verankerte Schlaufe eingehängt und das Seils die ca. 25 m hohe Wand herabgelassen, so dass die Seilmitte in der Schlaufe war und beide Seilenden am Grund der Wand lagen. Nun wurden beide Teile des herabhängenden Seils in den Reverso eingefädelt und das Gerät in den Verschlusskarabiner am Klettergurt eingehängt. Und abwärts ging die Fahrt: zuerst ich, dann Teddy und Jürgen. Hierdurch gewannen wir Zeit. Durch den Fels hinunter zu klettern wäre auch nicht so schön gewesen. Danach legten wir noch mal die Steigeisen an und erreichten über sichere Gletscherspalten die Felspartie.


Froh, nicht nur hinauf, sondern auch glücklich wieder herunter gekommen zu sein, erreichten wir 17:30 die Payerhütte. Leider konnten wir nicht dort übernachten, da bei schönem Wetter und bevorstehendem Wochenende die Hütte voll belegt war (es gab aber nur noch Matratzenlager, das wollten wir uns nicht antun nach diesem anstrengenden Tag). Vorsorglich hatten wir auf dem Hinweg schon auf der Tabarettahütte reserviert. Also stiegen wir ab, nachdem wir unsere Rucksäcke wieder voll gepackt hatten und erhielten ein reichliches Abendessen. Nirgends schmeckt es so gut wie nach einer anstrengenden Bergtour auf der Hütte!!  Bei gutem Wein plauderten wir mit einem Ehepaar, das auch an diesem Tag ohne Führer auf dem Ortler war. Am nächsten Tag (Freitag) Abstieg nach Sulden und Heimfahrt.

Für den Aufstieg hatten wir 5 1/2, für den Abstieg 4 1/2 Stunden benötigt. Gesamtzeit mit Pause 10 1/2 Stunden. Beim Aufstieg ca. 160 Höhenmeter / h, beim Abstieg ca. 200 Höhenmeter / h.

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Teilnahme am 32. Berlin-Marathon im Inline-Skating am 24.9.2005


Nach 42,2 km Einlauf ins Ziel am Brandenburger Tor, verbissen aber nicht erschöpft.

2005 habe ich erstmals an einem Inline-Skating Marathon teilgenommen. Es war ein Riesen-Ereignis mit ca. 100 000 begeisterten Zuschauern am Straßenrand. Wir hatten bestes Wetter. Unter 8000 meist jüngeren Teilnehmern erreichte ich Platz 3074, in meiner Altersklasse Platz 31 in einer Zeit von 1:45:34. Ich trainiere regelmäßig in der Hamburger-Inlineskating-Schule (HIS) am Sportmedizinischen Institut der Universität Hamburg und beim ATSV Ahrensburg.



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 
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